Kinder- und Jugendhospizbegleitung

Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst

Die Hospizarbeit verfolgt das Ziel, sterbenden Kindern und Jugendlichen ein würdiges Leben bis zum Ende zu ermöglichen. Unser ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst begleitet das schwerkranke Kind oder den Jugendlichen und seine Familie zuhause, in stationären Pflegeeinrichtungen, in Einrichtungen der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen und in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Unsere Hospizbegleiter können bereits in Krisensituationen, insbesondere bei Diagnosestellung einer lebensbedrohlichen  Krankheit eingesetzt werden. Nach einem Erstgespräch durch die Einsatzleitung, eventuell nach einer Palliativberatung, koordiniert diese die ehrenamtliche Einsätze.

Langzeitbegleitung

Daraus kann eine Langzeitbegleitung entstehen, die sich dem Betreuungsbedarf des erkrankten Kindes und seiner Familiensituation anpasst, dabei sind wir Partner im Netzwerk der Hilfen vor Ort. Dem Betroffenen stehen ein bis zwei ehrenamtliche Begleiter zur Seite, je nach Bedarf können die Einsätze erhöht oder verringert und auch Nachtwachen gehalten werden. Wir achten stets darauf, dass die Begleitpersonen nicht wechseln, damit durch die Bezugbetreuung ein Vertrauensverhältnis aufgebaut werden kann, das oftmals über Jahre und bis hin zum Versterben des  Kindes oder des Jugendlichen andauert.

Palliativberatung und Begleitung in der Pädiatrie

Mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung sind häufig sehr belastende Symptome wie Schmerzen, Atemnot oder Übelkeit, aber auch viele Ängste und Unsicherheiten verbunden. Palliative Care (lat. palliare – mit einem Mantel umgeben, schützen) umfasst die ganzheitliche Versorgung unheilbar kranker und sterbender Kinder und Jugendlicher und beinhaltet sowohl medizinisch-pflegerische als auch sozialpädagogische Beratung, Begleitung und Versorgung, um in der verbleibenden Zeit die Lebensqualität so weit wie möglich zu verbessern. Die sozialpädagogischen Palliativfachkräfte klären, welche Art von Unterstützung in der individuellen Situation entlastend sein könnte. Sie helfen bei allen auftretenden Fragen, Sorgen und Ängsten: Dabei kann es um den Aufbau eines tragfähigen Netzwerks für die Betreuung des Patienten gehen oder um das Wohlergehen der Geschwisterkinder oder des allein zurückbleibenden Eltern. Manchmal sind es Fragen nach konkreten Hilfen, etwas bei Behördengängen oder Leistungen der Krankenkasse, ein anderes Mal sind es Ängste, die Belastungen nicht länger auszuhalten. Wir unterstützen die Betroffenen, ihren eigenen Weg durch diese Lebensphase zu finden und alle Dinge zu regeln. Auf Wunsch werden zusätzlich auch ehrenamtliche Kinder- und Jugend-Hospizbegleiter/-innen vermittelt.

Ausbildungsqualität

Die Ausbildungsqualität unserer ehrenamtlichen Begleiter/-innen ist ein besonderes Merkmal unseres Hospizdienstes. Diese basiert auf mehreren, weiterführenden Kurseinheiten, deren Inhalte aufeinander abgestimmt sind und darauf aufbauen.

Hospizkursaufbau und Weiterbildungsmöglichkeiten:

Vorraussetzung für die Ausbildung zum/zur  Kinder- oder Jugendhospizbegleiter/-in ist der  Einstieg in die Hospizbegleiterausbildung bei unserem Schwesterverein HosDiAm. Er beginnt mit einem dem 40-Stunden- Modul: Palliative Praxis und ist die erste zertifzierte Einheit, die auch unabhängig vom Hospizkurs von externen Pflegefachkräften besucht werden kann. Es schließen ein Aufbaukurs und ein Praktikum an.

Erst nach einem Jahr Praxis, als Hospizbegleiter bei HosDiAm, besteht die Möglichkeit in den Kinder- und Jugendhospizkurs bei unserem Theotinum Verein einzusteigen. Unser Kinder- und Jugendhospizkurs umfasst ebenfalls,  mit Grund- und Aufbaukurs  100 Stunden und schließt mit einem 60-Stunden Praktikum ab.

Darauf aufbauend können die Hospiz- und Kinderhospizbegleiter einen weiteren Hospizbegleiterkurs in der Behindertenhilfe besuchen, der ebenfalls einen 40-Stunden Grund- und Aufbaukurs und ein Praktikum erfordert.

Spezialisierte Trauerbegleitung

Zudem können unsere Ehrenamtlichen die Zusatzqualifikation zum zertifizierten Trauerbegleiter erwerben, der sie, neben der allgemeinen Begleitung in Trauersituationen,  zur speziellen Trauerbegleitung befähigt. In Zusammenarbeit mit dem regionalen Kriseninterventionsdienst, bieten wir Eltern, aber auch Kindern und Jugendlichen, nach schweren Verlusterfahrungen, in Krisen oder nach dem Suizid eines Angehörigen, diese an.